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Geld

Taschengeld einteilen: das erste Budget für Ihr Kind

Taschengeld einteilen: das einfache System Ausgeben, Sparen, Schenken ab 8, was Kinder in welchem Alter schaffen und was tun, wenn das Geld alle ist.

Vom Brotelo-Team7 Min. Lesezeit

Taschengeld ist die günstigste Lektion in Sachen Geld, die Ihr Kind je bekommen wird: Ein Fehler kostet jetzt ein paar Euro statt später ein paar Hundert. Damit daraus ein erstes Budget wird, geben Sie an einem festen Tag einen kleinen Betrag, teilen jede Zahlung in drei Teile auf (ausgeben, sparen und schenken) und lassen Ihr Kind die Entscheidungen treffen, auch ein paar schlechte. Ein Budget ist einfach ein Plan, was mit dem Geld passieren soll, bevor man es ausgibt, und schon ein 8-jähriges Kind kann lernen, so einen Plan zu machen.

Warum sich Taschengeld als erste Geldlektion eignet

Der Rahmen für die Finanzkompetenz von Kindern, den die Europäische Kommission und das Finanzbildungsnetzwerk der OECD veröffentlicht haben, beschreibt, was Kinder von 6 bis 10 Jahren lernen können: was ein Budget ist und wie es aussieht, mit dem eigenen Geld auszukommen, wie man verschiedene Möglichkeiten abwägt, Taschengeld und geschenktes Geld auszugeben, und die Gewohnheit, einen Teil davon zu sparen. Regelmäßiges Taschengeld gibt ihnen etwas Echtes, an dem sie üben können.

Die PISA-Studie der OECD, die 15-Jährige testet, weist in dieselbe Richtung. Jugendliche, die angaben, selbst entscheiden zu können, wofür sie ihr Geld ausgeben, schnitten bei der Finanzkompetenz im Durchschnitt besser ab. Das galt auch für Jugendliche, die jede Woche oder jeden Monat mit ihren Eltern über ihre Ausgaben sprachen, im Vergleich zu denen, die das nie taten. Das sind Zusammenhänge und kein Beweis dafür, dass Taschengeld oder Gespräche zu besseren Fähigkeiten führen, aber sie passen zu dem, was Fachleute für Finanzbildung empfehlen: echte Entscheidungen plus regelmäßiger Austausch.

Das US-amerikanische Consumer Financial Protection Bureau (CFPB), eine Verbraucherschutzbehörde für Finanzfragen, betreibt das Elternprogramm Money as You Grow. Die Behörde beschreibt das Alter von 6 bis 12 Jahren als die Zeit, in der Kinder sich die Regeln und Alltagsgewohnheiten aneignen, die prägen, wie sie Geld verdienen, sparen und einkaufen.

Das Drei-Gläser-System: ausgeben, sparen, schenken

Jedes Mal, wenn Geld hereinkommt, wird es eingeteilt, bevor etwas ausgegeben wird. Für jüngere Kinder eignen sich drei echte Gläser oder Umschläge: Es hilft, wenn sie sehen, wie die Münzen wandern. Eine gute Aufteilung für den Anfang ist die Hälfte zum Ausgeben, 40 Prozent zum Sparen und 10 Prozent zum Schenken.

Glas Wofür es da ist Bei 5 Euro pro Woche
Ausgeben Kleine Dinge in dieser Woche, von Ihrem Kind ausgesucht 2,50 Euro
Sparen Ein Ziel, für das man ein paar Wochen braucht 2 Euro
Schenken Ein Geschenk, ein guter Zweck oder jemandem helfen 50 Cent

Sehen Sie die Aufteilung als Ausgangspunkt und passen Sie sie nach einem Monat gemeinsam an. Das Glas zum Schenken ist wichtiger, als sein kleiner Anteil vermuten lässt. Es zeigt, dass Geld anderen Gutes tun kann, und der EU-Rahmen zählt das Verständnis, dass Verschenken etwas anderes ist als Verleihen, zu den Fähigkeiten für 6- bis 10-Jährige.

Ein Sparziel, das Ihr Kind wirklich will

Sparen ohne Ziel fühlt sich an wie Geld verlieren. Lassen Sie Ihr Kind etwas Bestimmtes aussuchen, den Preis herausfinden und ausrechnen, wie lange es dauern wird. Bei 2 Euro pro Woche dauert es 12 Wochen, bis ein Fußball für 24 Euro zusammengespart ist. Für ein 8-jähriges Kind kann sich das endlos anfühlen. Beginnen Sie deshalb mit einem Ziel, das drei bis sechs Wochen entfernt ist, und heben Sie sich das große Ziel für die zweite Runde auf.

Machen Sie Fortschritte sichtbar. Zeichnen Sie auf Papier einen Balken mit zehn Kästchen, malen Sie für jedes gesparte Zehntel des Preises ein Kästchen aus und kleben Sie den Balken an den Kühlschrank.

Ab etwa 11 Jahren können Kinder sich realistische, konkrete Ziele setzen, planen, wie sie diese erreichen, und sich lieber fürs Sparen auf ein Ziel entscheiden als für einen spontanen Kauf. Genau diese Fähigkeiten nennt der EU-Rahmen für 11- bis 15-Jährige.

Was Sie anpassen sollten, wenn Ihr Kind älter wird

8 bis 10 Jahre

  • Bargeld und ein fester Tag. Münzen und Scheine machen Geld sichtbar, und bei wöchentlicher Zahlung bleibt die Wartezeit kurz.
  • Bedürfnisse und Wünsche. Fragen Sie vor einem Kauf, ob man das wirklich braucht oder ob man es nur haben möchte. Bedürfnisse von Wünschen zu unterscheiden und dem Drang zu widerstehen, spontan Geld auszugeben, stehen beide auf der Liste des EU-Rahmens für dieses Alter.
  • Ausgegeben ist ausgegeben. Lassen Sie Ihr Kind spüren, dass Geld, das für eine Sache ausgegeben wurde, für eine andere nicht mehr da ist. Der Moment „Ich kann nicht beides kaufen“ ist die eigentliche Lektion.
  • Vergleichen. Vergleichen Sie im Geschäft zwei ähnliche Produkte und ihre Preise. Fragen Sie, welches mehr fürs Geld bietet, nicht nur, welches billiger ist.
  • Werbung erkennen. Kinder in diesem Alter können lernen, Werbung zu erkennen, auch im Internet, und zu bemerken, dass Freunde und Werbung beeinflussen, was sie haben wollen.

11 bis 14 Jahre

  • Längere Zeiträume. Stellen Sie von wöchentlich auf alle zwei Wochen oder monatlich um, damit Ihr Kind die längere Zeit bis zur nächsten Zahlung einplanen muss.
  • Ein schriftliches Budget. Ein Heft oder eine einfache Tabelle: Einnahmen, Ausgaben, was übrig bleibt. Ein persönliches Budget aufzustellen und anzupassen sowie den Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu behalten, sind Fähigkeiten, die der EU-Rahmen für 11- bis 15-Jährige nennt.
  • Unregelmäßiges Geld. Geburtstagsgeld und Geldgeschenke sind eine Gelegenheit, Entscheidungen über Geld zu üben, das nicht jede Woche kommt.
  • Ausgaben im Internet. Sprechen Sie über das Bezahlen mit Handy oder Karte und über In-Game-Käufe. PEGI, die europäische Alterskennzeichnung für Spiele, zeigt den Hinweis „In-Game-Käufe“, wenn ein Spiel Zusatzinhalte für echtes Geld verkauft. Außerdem kennzeichnet PEGI kostenpflichtige zufällige Objekte wie Lootboxen, bei denen man vor dem Bezahlen nicht weiß, was man bekommt.
  • Versteckte Werbung. Helfen Sie Ihrem Kind, Werbung zu erkennen, die nicht als Werbung daherkommt, etwa Posts von Influencern, und sprechen Sie darüber, wie Influencer Geld verdienen. Wenn etwas kostenlos ist, fragen Sie, wie das Unternehmen sein Geld verdient.

Das CFPB beschreibt eigenständige Entscheidungen als den Meilenstein der Teenagerjahre im Umgang mit Geld, begleitet von Rat und Rückmeldung durch Erwachsene. Treten Sie also einen Schritt zurück und entscheiden Sie nicht mehr für Ihr Kind, aber bleiben Sie für die Nachbesprechung da.

Wenn das Taschengeld aufgebraucht ist

Das wird passieren, wahrscheinlich mehr als einmal. Widerstehen Sie der Versuchung, Geld nachzuschießen. Wenn Sie einspringen, lernt Ihr Kind, dass das Budget nicht ernst gemeint ist.

Sprechen Sie stattdessen ohne Vorwürfe darüber:

  • Wofür hast du das Geld ausgegeben? Hat es sich gelohnt?
  • Was würdest du nächstes Mal anders machen?
  • Wie viele Tage sind es noch bis zum nächsten Taschengeld, und was kannst du bis dahin machen?

Wenn das immer wieder passiert, verkürzen Sie lieber den Zeitraum (wöchentlich statt monatlich), statt mehr zu geben. Wenn Sie einem Vorschuss zustimmen, schreiben Sie ihn auf und ziehen Sie ihn von der nächsten Zahlung ab, damit Ihr Kind spürt, was es heißt, sich Geld zu leihen. Money as You Grow empfiehlt zu erklären, dass geliehenes Geld zurückgezahlt werden muss, und zwar mit Zusatzkosten, die man Zinsen nennt.

Wie viel Taschengeld sollten Sie geben?

Den einen richtigen Betrag gibt es nicht. Wählen Sie eine Summe, die Sie verlässlich zahlen können, überlegen Sie, was davon bezahlt werden soll, und überprüfen Sie den Betrag einmal im Jahr, zum Beispiel zum Geburtstag Ihres Kindes. Andere Eltern zu fragen, was bei Ihnen vor Ort üblich ist, kann helfen, aber entscheiden Sie nach Ihrem eigenen Budget.

Auch bei der Mithilfe im Haushalt gehen Familien unterschiedliche Wege. Das CFPB nennt beide Wege: Kinder können Geld über ein regelmäßiges Taschengeld bekommen oder es sich verdienen, indem sie Aufgaben für die Familie oder für andere übernehmen. Ein einfacher Ansatz: Alltägliche Aufgaben, die zu Hause alle erledigen, werden nicht bezahlt, und für zusätzliche Aufgaben kann es zusätzliches Geld geben. Wie auch immer Sie sich entscheiden: Die Regel sollte klar sein und gleich bleiben.

Laut über Geld sprechen

Kinder machen nach, was sie sehen. Das CFPB erinnert Eltern daran, dass Kinder ständig zuschauen und zuhören, und empfiehlt, bei alltäglichen Geldentscheidungen laut zu denken, damit Kinder Ihre Überlegungen nachvollziehen können. Sagen Sie, warum Sie die günstigere Packung genommen haben, warum Sie warten, bis das Gehalt kommt, oder warum Sie für einen Urlaub sparen, statt heute etwas zu kaufen. Halten Sie diese Gespräche kurz und führen Sie sie regelmäßig.

So geht es weiter

Fangen Sie diese Woche mit den Gläsern an und machen Sie den fünfminütigen Kassensturz jede Woche am selben Tag. Besprechen Sie nach einem Monat gemeinsam die Aufteilung und lassen Sie Ihr Kind Änderungen vorschlagen.

Wenn es Ihrem Kind Spaß macht: Der Brotelo-Kurs zum ersten eigenen Budget behandelt das Budget aus drei Töpfen, Bedürfnisse und Wünsche sowie den Überblick über die eigenen Ausgaben in einer kurzen illustrierten Diashow mit Quiz. Der nächste Schritt ist der Kurs übers Sparen, Ausgeben und Schenken, mit Sparzielen, Preisvergleichen und der Frage, wie Zinsen funktionieren.

KI-Werkzeuge haben uns beim Schreiben dieses Ratgebers geholfen. Die Fakten stammen aus den unten aufgeführten Quellen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. European Commission and OECD-INFE: Financial competence framework for children and youth in the European Unionfinance.ec.europa.eu
  2. Consumer Financial Protection Bureau: Money as You Growconsumerfinance.gov
  3. Consumer Financial Protection Bureau: Money as You Grow, school-age children to preteensconsumerfinance.gov
  4. Consumer Financial Protection Bureau: Money as You Grow, teenagers and young adultsconsumerfinance.gov
  5. Teacher magazine (ACER): PISA 2022, students' financial literacyteachermagazine.com
  6. PEGI: What do the labels mean?pegi.info

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